20.04.2020

Haftung auf Kunststoffen, auch für indirekten Foodkontakt

Mit NORCOAT Bond 002 bringt Nordmann
einen neuen Haftvermittler auf den Markt.
Peter Kuchenbrod, Business Manager
Coatings & Inks bei Nordmann, stellt das
Produkt vor.

Was genau ist NORCOAT Bond 002, und wie wirkt es?Bei dem Produkt handelt es sich um einen polymeren Titan-Phosphat-Komplex. Er reagiert zum Beispiel mit OH- oder Carboxyl-Gruppen am Untergrund und direkt in der Beschichtung.

Wie wird NORCOAT Bond 002 verwendet?
NORCOAT Bond 002 kann mit zwei bis drei Prozent in Formulierungen eingearbeitet, aber in verdünnter Form auch als Vorbehandlung direkt auf das Substrat aufgetragen werden. Dann reagiert es nur dort, wo es wirken soll, nämlich an der Grenzfläche zum Substrat.

Gibt es Untersuchungsergebnisse?
Ja, die beste Haftung auf orientiertem Polypropylen wurde erzielt, wenn das Substrat zusätzlich vorbehandelt wurde, zum Beispiel durch Coronaoder Plasma-behandlung. Allerdings ließen sich auch ohne Vorbe-handlung bereits respektable Ergebnisse erzielen. Dabei verbessert sich die Haftung mit der Zeit, nach 24 Stunden ist das Optimum erreicht.

Was unterscheidet das neue Produkt von Silanen?
Damit Silane reagieren können, müssen sie mit Wasser aktiviert werden. Dabei bilden sich OHGruppen, die dann unter Wasserabspaltung mit denen des Substrats und der Beschichtung reagieren. NORCOAT Bond 002 hingegen reagiert unmittelbar.

Wie integriert das Titanat mit PU-Systemen?
In gelösten 1K-Polyurethan-Systemen ist der Gehalt an freiem Isocyanat vernachlässigbar, eine stabile Einarbeitung ist problemlos möglich. Bei 2K-Polyurethan-Formulierungen kann in der Härtekom-ponente formuliert werden. Allerdings enthält das Titanat bis zu 40 Prozent Alkohole. Bei Formulierung im Isocyanat würde davon sicher ein Teil abreagieren, das muss bei der Formulierung berücksichtigt werden. (Eine Einarbeitung in rein esterverdünnte Beschichtungen ist übrigens nicht stabil.) In beiden Fällen entstehen bei der Trocknung des Films polymere Phosphorsäureester
mit endständigen OH-Gruppen und niedrigem Migrationspotenzial als Abspaltprodukte. Die Verwendung auf Lebensmittelverpackungen ist allerdings
problemlos möglich.